Ein Värmland-Krimi

Askeviken

Hundertzwölf Einwohner am Nordufer des Djupsjön. Die Karte ist schematisch, nicht maßstäblich: sie zeigt, wo im Ort etwas passiert und wie weit es voneinander entfernt liegt.

Die Karte

SÄGEWERKNORDBUCHTWALDWEGKIRCHEBACKSTUBEWACHE
Sägewerk
Liegt am Südufer, wo der Weg zum Wasser hin abfällt. Es läuft im Sommer und steht im Winter still. Der Platz davor ist immer gefegt, weil der Betrieb es so hält.
Nordbucht
Die flachste Stelle des Sees, im Frühjahr zuletzt eisfrei. Vom Ufer aus sieht man bis zur gegenüberliegenden Seite. Hier liegen die alten Stege, die niemand mehr abbaut.
Waldweg
Verbindet den Ort mit der Landstraße nach Karlstad. Er ist geschottert, im Winter geräumt und im Herbst voller Wasser in den Spuren. Ab der zweiten Kurve gibt es keinen Empfang mehr.
Kirche
Ein Holzbau, rot gestrichen, seit über zweihundert Jahren am selben Platz. Der Friedhof liegt hinter der Nordwand. Geläutet wird von Hand.
Backstube
Zwei Räume, ein Ofen, eine Theke. Ab vier Uhr morgens ist Licht, ab sechs kann man kaufen. Wer im Ort etwas erfahren will, geht nicht zur Wache, sondern hierher.
Wache
Ein Zimmer mit Schreibtisch, Karte und Aktenschrank, ein Wagen davor. Zuständig für das Nordufer und alles, was daran hängt. Besetzt, solange jemand da ist.

Wer hier wohnt

  • Helena Rost

    Verbindungsbeamtin

    Kommt aus Wiesbaden und ist eigentlich nur zur Amtshilfe da. Sie spricht Schwedisch aus Studientagen und versteht den Dialekt der Alten zur Hälfte. Sie schreibt alles auf, nummeriert ihre Sätze und hat einen Sohn in Hamburg, dem sie dienstags drei Zeilen schickt.

  • Henrik Lund

    Dorfpolizist in Askeviken

    Kennt jede Bucht des Djupsjön, weil er als Junge auf den Stegen gesessen hat. Er ist seit über dreißig Jahren im Ort und seit achtzehn auf dieser Wache. Er fährt nicht langsam, er fährt so, dass er sieht, ob etwas anders ist.

  • Norr

    Lunds Hund

    Alt, grau am Schnauzer, geht wie ein Mann, der jeden Tag zur Arbeit erscheint und niemandem sagt, dass es weh tut. Er kommt überall mit hin und bleibt im Wagen, wenn es sein muss.

  • Wallin

    Kriminalkommissar in Karlstad

    Vierzig Dienstjahre und kurz vor der Pension. Er legt Papier bündig, liest Spalten statt Reihen und blinkt an Kreuzungen, an denen niemand kommt. Von ihm stammt der Satz, dass ein Indizienbeweis ein Gewölbe ist: Kein Stein trägt allein.

  • Agnes Nyberg

    Bäckerin

    Steht seit vierzig Jahren um vier Uhr auf und backt in einer Stube, die älter ist als ihre Mutter. Sie führt ein Heft mit drei Spalten, weil sie wissen will, wie viel sie am nächsten Tag ansetzt.

  • Ove Sandberg

    Räumdienst

    Fährt im Winter den Schnee und im Sommer alles andere. Er schreibt jede Fuhre auf, mit Uhrzeit, seit zwölf Jahren, damit keiner sagen kann, er sei nicht gefahren.

  • Askeviken

    Der Ort

    Hundertzwölf Einwohner, achtzig Kilometer von Karlstad, ein Laden, eine Backstube, eine Kirche aus Holz und ein Sägewerk, das im Sommer läuft. Vor fünfzig Jahren waren es fünfhundert Menschen.

Newsletter

Der Värmland-Rapport

Wer wissen will, wann der nächste Pegel fällt, bekommt es zuerst von mir. Der Värmland-Rapport erscheint selten und nur, wenn es etwas zu sagen gibt — einen Erscheinungstermin, eine Szene, die es nicht ins Buch geschafft hat, eine Karte des Nordufers.

Wer eingetragen ist, bekommt die Karte des Nordufers als PDF.

Die Anmeldung wird im Double-Opt-in-Verfahren bestätigt: Sie erhalten eine E-Mail mit einem Bestätigungslink, erst danach ist der Eintrag gültig.